Datenbank der im Sklavenhandel involvierten Schweizer



Van Berchem Jacob Berthout


Jacob Berthout van Berchem wurde 1736 in La Brille (Republik der Sieben Vereinigten Provinzen) geboren. Er stammte aus einer reichen Adelsfamilie, die ursprünglich aus Anvers kam, jedoch wegen ihrer Konvertierung zum Protestantismus in die Vereinigten Provinzen flohen. In La Brille war van Berchem als Hofrat tätig. Er heiratete 1760 Sara-Amélia Mortier, welche jedoch 1763 im Kindsbett starb, worauf van Berchem Holland verliess und nördlich von Lausanne den Landsitz La Naz kaufte. 1764 heiratete er Anne-Marie Madeleine d’Illens, die Schwester von Jean Louis d’Illens, mit welchem Berchem gemeinsam 1787 die Firma „D'Illens, Van Berchem & Cie.“gründete. Von Marseille aus, dem Wohnort von D’Illens, führte die Firma vier Sklavenexpeditionen zwischen 1790 und 1791 durch. Auf den Sklavenschiffe „Pays de Vaud“, „Ville de Lausanne“, „L’Helvétie“ und „L’Anaz“ wurden 2’311 Sklaven verschleppt und in Saint-Domingue verkauft. Bei mindestens einer dieser Expeditionen wurden die Kolonialwaren, welche in Saint-Domingue gekauft wurden, in Genua wiederverkauft. Währenddessen konnte sich van Berchem in den hohen Kreisen von Lausanne etablieren. Am 15. Juli 1791 nahm er und zwei seiner Söhne jedoch am Banquet in Rolle teil, wo der Sturm auf die Bastille geehrt wurde. Dies fasste die Bernische Regierung als Affront auf und verwies die Familie des Landes. Van Berchem liess sich daraufhin in Avignon nieder, wo er 1794 verstarb.


Zeitraum: 1736 - 1794

Woher: Kanton VD | Waadt (VD)

Wo und wie tätig: Marseille (Frankreich), Frankreich, Bank- und Kreditgeschäfte

Als was tätig: Reeder von Sklavenschiffen

Quellen:
David Thomas / Etemad Bouda / Schaufelbuehl Janick Marina, Schwarze Geschäfte. Die Beteiligung von Schweizern an Sklaverei und Sklavenhandel im 18. und 19. Jahrhundert, Zürich 2005, S. 27.

Fässler Hans, Reise in Schwarz-Weiss. Schweizer Ortstermine in Sachen Sklaverei, Zürich 2005, S. 252, S. 269-270.


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