Datenbank der im Sklavenhandel involvierten Schweizer



Jacques Mallet


Die hugenottische Familie Mallet floh 1558 von Rouen nach Genf. Dort war sie zunächst im Textil- und Kolonialwarenhandel tätig, wandelte ihr Geschäft jedoch nach und nach zur Bank. Isaac Mallet ging 1713 nach Paris und gründete ein Bankgeschäft für Schweizer Kunden. 1750 wurde diese Bank von Isaacs Sohn Jacques Mallet (1724-1815) übernommen und in „Mallet Père, Fils & Cie.“ umbenannt. Ab 1770 hatte die Bank Korrespondenz zu 50 europäische Städten, die ihr Informationen für erfolgreiche Investitionen und Wechselhandel lieferten. Unterschiedliche Sklavenhändler besassen Konten bei ihrer Bank. Auch wurden an Ausrüsterer Kredite vergeben. 1791 gewährte Mallet Fruchard einen Kredit. Im selben Jahr rüstete Fruchard das Sklavenschiff „Bon Père“ aus, welches 390 Sklaven verschleppte. Auch direkt war die Bank „Mallet Père, Fils & Cie.“ im Sklavenhandel engagiert. Dies durch Anteile an sechs Sklavenschiffen, welche insgesamt 20 Expeditionen unternahmen.


Zeitraum: 1724-1815

Woher: Genf GE | Genf (GE)

Wo und wie tätig: Genf GE, Schweiz, Bank- und Kreditgeschäfte

Als was tätig: Aktionär im Dreieckshandel

Quellen:
David Thomas / Etemad Bouda / Schaufelbuehl Janick Marina, Schwarze Geschäfte. Die Beteiligung von Schweizern an Sklaverei und Sklavenhandel im 18. und 19. Jahrhundert, Zürich 2005, S. 30.

Moser-Léchot Daniel V, Schweizer Banken und der „Black Holocaust“, In: Schweizerische Lehrerinnen- und Lehrerzeitung, 11/1997, S. 14-16


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